Mit dem Wirtschaftsforum greifen der Moerser Unternehmer Dr. Hans Nühlen und die Kanzleigruppe GHP seit 2010 zentrale gesellschaftliche Fragen auf. Im Bild (v.l.): Andrea Wagner (GHP), Rupert Antes (Haniel-Stiftung), Moderator Ralf Kubbernuß (NRZ), Referent Thomas Schwartz, Hans Nühlen und Ute Günther (Initiative Pro Ruhrgebiet).

Foto: Rüdiger Bechhaus / Funke Foto-Services

 

Bericht aus der NRZ:
Wirtschaft und Ethik: Passt das zusammen?

Durchaus, meint Experte Thomas Schwartz beim Wirtschaftsforum in Moers – und liefert gute Gründe.
In Deutschland haben sich Unternehmerinnen und Unternehmer der sozialen Frage immer wieder neu gestellt. Dass Wirtschaft Hand in Hand gehen kann mit Ethik und sozialem Engagement, zeigte am Montagabend das Wirtschaftsforum von GHP-Nühlen in Moers.

Mit dem Wirtschaftsforum greifen der Moerser Unternehmer Dr. Hans Nühlen und die Duisburger Kanzleigruppe Grüter, Hamich und Partner seit 2010 zentrale gesellschaftliche Fragen auf. Für die über 300 Gäste lieferte der katholische Theologe und Autor Professor Thomas Schwartz am Montag die Diskussionsgrundlage.

Über 300 Gäste sind zum GHP-Nühlen-Wirtschaftsforum in Moers gekommen.
Foto: Rüdiger Bechhaus / Funke Foto-Services
Für Schwartz, Mitglied in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, ist Wirtschaft nicht mehr und nicht weniger als „eine Tätigkeit, die die Welt verändern kann“. Er weiß aber auch: „Wer in der Wirtschaft aktiv ist, sollte eine gewissen Moral haben.“

Allein aus diesem Grund könne sich für Unternehmen ein Compliance-Management lohnen, also eine Abteilung, die auf die Einhaltung von Normen achtet. Darüber hinaus spielten aber auch so traditionelle Werte wie Vertrauen und Gerechtigkeit eine große Rolle in der Außendarstellung und im Verhältnis zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Dass das in einer Welt, in der Aktiengewinne und Selbstdarstellung eine immer größere Rolle spielen, nicht immer gelingt, ist auch Schwartz klar. Doch es gibt auch ganz praktische Beispiele, wie wirtschaftliche Ethik und soziales Engagement funktionieren können.

Dr. Rupert Antes, Geschäftsführer der Haniel-Stiftung mit Sitz in Duisburg, stellte am Montagabend den breiten Ansatz vor: „Wir bieten auf der einen Seite überregionale Begabtenförderung an, auf der anderen Seite engagieren wir uns lokal.“ Dazu gehören Programme, die etwa Schülern zum Abschluss verhelfen, sich mit Schulabbrechern beschäftigen oder auch Kinder von Zugewanderten unterstützen.

Ethisches Handeln und soziale Kompetenz können aber auch ganz handfeste Vorteile für Unternehmen haben, wie Moderator Ralf Kubbernuß (stellvertretender NRZ-Chefredakteur) in der abschließenden Diskussion herausarbeitete. „Wer sich so verhält, hat einen klaren Vorteil. Viele junge Leute möchten, dass Arbeitgeber sie wertschätzen“, sagte Dr. Ute Günther von der Initiative Pro Ruhrgebiet.

Quelle: NRZ, 3. März 2020

Impressionen vom Veranstaltungsabend

 

Bericht aus der RP:
Moers diskutiert über Wirtschaft und Ethik

Das elfte GHP-Wirtschaftsforum im Autohaus Nühlen stand unter der Fragestellung, wie Wirtschaft, Ethik und soziales Engagement die Unternehmenskultur nachhaltig verändern kann.

Erneut referierte Thomas Schwartz beim Wirtschaftsforum im Moerser Autohaus Nühlen. Es war die elfte Ausgabe des Wirtschaftsforums, das die Kanzlei Grüter, Hamich und Partner (GHP) mit dem Hausherrn Hans Nühlen ausrichtete. Dabei drehte sich dieser Abend um die Frage der sozial-ethischen Verantwortung von Unternehmen. Sorgt die Trias Wirtschaft, Ethik und soziales Engagement für einen Widerspruch an sich? Oder ist die von Schwartz so bezeichnete „Trinitätslehre“ heute Selbstverständnis des unternehmerischen Alltags?

Schwartz erläuterte anschaulich wie humorvoll, dass Ethik und Wirtschaft sehr wohl zusammenpassen. „Wirtschaft ist ein Konstrukt, das auf Normen und Strukturen basiert“, so der katholische Theologe und Hochschullehrer. Auf der Grundlage begrenzter Ressourcen werden Bedürfnisse befriedigt. Werte helfen bei der Begrenzung, so der Referent. Ging früher nach der Brechtschen Sozialkritik „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ der unternehmerische Gewinn auf Kosten der Mitarbeiter und der Region, setzt Milton Friedman die Wirtschaft der 1960/70er unter das Motto „Fressen muss organisiert werden.“

Um jedoch ethisches Handeln in der Wirtschaft zu ermöglichen, sei heute der Unternehmer zu nachhaltigem Handeln aufgefordert. Er treffe die Entscheidungen. Ethik in der Wirtschaft schließe sich nicht aus, sondern brauche sich gegenseitig, so Schwartz. Er erinnerte an das Bild des „ehrbaren Kaufmanns“ mit dem DNA-Merkmal Verantwortung. Auch heute spiele Ethik in den Unternehmen wieder eine Rolle kombiniert mit sozialem Engagement. Ökonomie, Ökologie und soziales Engagement ergeben, wie in einem Kaleidoskop, dem Schönbildseher, ein schönes Bild, so Schwartz. „Wirtschaft muss sich bewegen.“ In welchen Projekten Unternehmen sozial engagiert sind, schilderten die Podiumsteilnehmenden wie Rupert Antes, Geschäftsführer der Duisburger Haniel-Stiftung. Sie engagiert sich mit Bildungsorganisationen für die Jugend vor Ort und überregional für die Begabtenförderung. „Soziales Engagement ist uns an jeder Stelle wichtig, wir leben es im Alltäglichen, beispielsweise in Vereinen“, so Andrea Wagner (GHP).

Schwartz wies auf Wettbewerbsvorteile hin. Engagement für andere binde Mitarbeiter an Unternehmen. „Ich beobachte, dass sozial engagierte Unternehmen als Arbeitgeber immer stärker wahrgenommen werden. Schon bei Jugendlichen spielt ethisches Bewusstsein eine Rolle. Jugend brauchen wir“, so Schwartz. „Es darf nicht Mittel zum Zweck sein, sondern sollte freiwillig sein“, so Gastgeber Nühlen. Er berichtete von eigenen Projekten wie „Herzensangelegenheiten“. Ute Günther (Unternehmerinitiative Pro Ruhrgebiet) hat ebenfalls genügend Themen auf der Agenda. Durch die Veranstaltung führte Ralf Kubbernuß. Die Diskussion auf dem Podium führten die Gäste im regen Austausch beim Imbiss weiter.

Quelle: RP, 3. März 2020

Hans Nühlen GmbH & Co. KG

Standort Moers
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47441 Moers
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